Das Wichtigste in Kürze
- Nur die standesamtliche Trauung zählt. Eine religiöse Trauung hat vor den Behörden keine Rechtsgültigkeit.
- Anmelden könnt ihr euch bei jedem Standesamt in Österreich. Die Trauung selbst kann an einem anderen Standesamt stattfinden.
- Sechs Monate vorher ist der richtige Zeitpunkt. Die Ermittlung der Ehefähigkeit gilt höchstens sechs Monate.
- Beide kommen persönlich. Wer nicht kann, braucht ein eigenes Formular.
- Die Gebühren des Bundes sind überschaubar: 74 Euro für das Verfahren, dazu 5,45 bis 54,50 Euro für die Trauung. Was eure Gemeinde zusätzlich verlangt, fragt ihr dort.
Alle Angaben stammen von oesterreich.gv.at, dem Portal der österreichischen Verwaltung, Stand 12. Oktober 2026. Gebühren und Unterlagen können sich ändern. Verbindlich ist, was euch euer Standesamt sagt.
Schritt 1: Die Anmeldung
Vor der Trauung prüft das Standesamt, ob ihr heiraten dürft. Das Verfahren heißt „Ermittlung der Ehefähigkeit“, und umgangssprachlich sagen viele noch „Aufgebot“ dazu. Es ist ein Termin, bei dem das Standesamt eure Urkunden durchsieht und das Ergebnis in einer Niederschrift festhält.
Wo: bei jeder Personenstandsbehörde in Österreich, also bei jedem Standesamt. Ihr seid nicht an euren Wohnort gebunden, und die Trauung kann an einem anderen Standesamt stattfinden als die Anmeldung. Einige Standesämter bieten eine Terminreservierung im Internet an.
Wann: etwa sechs Monate vor dem Wunschtermin. Früher hat keinen Sinn, denn die Feststellung der Ehefähigkeit gilt höchstens sechs Monate ab dem Tag, an dem sie getroffen wurde. Eine Mindestfrist zwischen Anmeldung und Trauung gibt es nicht mehr, und auch der Aushang an der Amtstafel ist entfallen.
Wer: grundsätzlich ihr beide. Kann eine Person nicht zur Anmeldung kommen, braucht sie das Formular „Erklärung zur Ermittlung der Ehefähigkeit“, das es bei jedem Standesamt gibt.
Beliebte Termine, vor allem Samstage im Sommer, sind früh vergeben. Fragt deshalb schon vor der Anmeldung beim Standesamt nach, wann ihr euren Wunschtermin reservieren könnt.
Schritt 2: Die Unterlagen
Was ihr mitbringt, hängt von eurer Situation ab.
Österreichische Staatsbürger:innen, ledig
- amtlicher Lichtbildausweis, also Reisepass oder Personalausweis
- Geburtsurkunde
- Nachweis der Staatsangehörigkeit, sofern sie nicht im Zentralen Staatsbürgerschaftsregister eingetragen ist
- bei Hauptwohnsitz im Ausland: Nachweis des Hauptwohnsitzes
- gegebenenfalls Nachweis akademischer Grade
Wenn eine:r von euch schon verheiratet oder verpartnert war
- Heiratsurkunde der letzten Ehe oder Partnerschaftsurkunde
- Nachweis der Auflösung: Scheidungsurteil oder -beschluss mit Rechtskraftbestätigung, oder die Sterbeurkunde der verstorbenen Person
Wenn ihr gemeinsame Kinder habt
- Geburtsurkunden der Kinder
- das Anerkenntnis der Vaterschaft oder Elternschaft, falls es noch nicht in der Geburtsurkunde steht
Mit ausländischer Staatsangehörigkeit
Welche Dokumente nötig sind, hängt vom Herkunftsstaat ab. Erfragt es beim Standesamt, bevor ihr Urkunden besorgt. Fremdsprachige Urkunden brauchen eine Übersetzung und meist eine Apostille oder Beglaubigung. Für Deutschland, Italien und die Schweiz gibt es Abkommen, nach denen das Standesamt das Ehefähigkeitszeugnis direkt im Heimatstaat anfordert.
Das Standesamt kann im Einzelfall weitere Urkunden verlangen. Ein Anruf vor dem Termin erspart den zweiten Weg.
Schritt 3: Die Kosten
Das sind die Gebühren des Bundes, wie sie oesterreich.gv.at im Oktober 2026 nennt:
| Wofür | Betrag |
|---|---|
| Verfahren zur Ermittlung der Ehefähigkeit | 74 Euro |
| Vorlage ausländischer Schriften | 193 Euro |
| Trauung im Amtsraum, während der Dienststunden | 5,45 Euro |
| Trauung im Amtsraum, außerhalb der Dienststunden | 10,90 Euro |
| Trauung außerhalb der Amtsräume | 54,50 Euro |
Im einfachsten Fall, also ohne ausländische Urkunden und mit einer Trauung im Amtsraum während der Dienststunden, sind das zusammen 79,45 Euro.
Dazu kommt, was das Standesamt selbst verlangt: Kommissionsgebühren, etwa wenn die Standesbeamtin zu euch in die Location kommt, und Extras wie Musik. Diese Beträge legt jede Gemeinde fest, und sie unterscheiden sich von Ort zu Ort. Fragt bei eurem Standesamt nach, bevor ihr einen Samstag oder einen besonderen Ort einplant.
Wie sich die Gebühren in das ganze Hochzeitsbudget einfügen, zeigt der Budgetrechner.
Schritt 4: Die Trauung
Bei der Trauung seid ihr beide persönlich und gleichzeitig anwesend. Die Standesbeamtin oder der Standesbeamte fragt euch einzeln und nacheinander, ob ihr die Ehe eingehen wollt. Wenn ihr beide Ja gesagt habt, seid ihr verheiratet.
- Ausweis: Ihr beide und eure Trauzeug:innen bringt einen amtlichen Lichtbildausweis mit.
- Trauzeug:innen: keine, eine oder zwei Personen. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und die Sprache der Trauung verstehen.
- Ort: jedes Standesamt. Außerhalb der Amtsräume geht es, wenn das Standesamt das anbietet und der Ort der Bedeutung der Ehe angemessen ist. Darüber entscheidet das Standesamt.
- Wer heiraten kann: Seit 1. Jänner 2019 können in Österreich auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten.
Welche Abläufe das Standesamt für die Feier anbietet, erfahrt ihr bei der Anmeldung.
Schritt 5: Danach
Wer mit der Heirat den Namen ändert, braucht neue Dokumente. Das wird wichtig, wenn die Flitterwochen ins Ausland führen: Mit einem neuen Namen braucht ihr einen neuen Reisepass. Erkundigt euch rechtzeitig vor der Hochzeit bei der Passbehörde.
Denkt außerdem daran, den Sonderurlaub rechtzeitig bei eurem Arbeitgeber zu melden.
Die Amtswege im Zeitplan
- Ein Jahr bis acht Monate vorher: Wunschtermin und Ort überlegen, beim Standesamt nachfragen, wie Termine vergeben werden. Für eine kirchliche Trauung den Termin mit der Pfarre abstimmen.
- Sechs Monate vorher: Unterlagen zusammenstellen und zur Anmeldung gehen. Klärt bis dahin, wie ihr nach der Hochzeit heißen wollt.
- In den Wochen davor: Trauzeug:innen an den Ausweis erinnern, den Ablauf mit dem Standesamt abstimmen.
- Danach: Dokumente auf den neuen Namen ändern lassen.
Wie die Amtswege zum Rest der Planung passen, steht im Zeitplan für die Hochzeitsplanung.
So geht es mit Wedding Buddy
Die Checkliste von Wedding Buddy trägt die Amtswege mit ein, darunter „Termin für die Trauung anfragen“ und „Dokumente für die Trauung besorgen“, jeweils mit einem Datum, das zu eurem Hochzeitstag passt. Gibt es neben dem Standesamt noch eine Feier oder eine kirchliche Trauung, legt ihr sie in der Gästeliste als eigene Anlässe an und ladet zu jedem nur ein, wer dabei sein soll.
Quellen
- Anmeldung zur Eheschließung, oesterreich.gv.at, aktualisiert am 5. Oktober 2026
- Standesamtliche Trauung, oesterreich.gv.at, aktualisiert am 19. Jänner 2026
- Checkliste Hochzeit, oesterreich.gv.at, aktualisiert am 2. März 2026